Die Besatzung

Die Stärke der Besatzung sollte der Größe des Fahrzeuges und des beabsichtigten Törns entsprechen. Dabei sollte beachtet werden, dass mindestens eine zweite Person mit der Führung des Bootes vertraut ist. Das Überladen eines Bootes ist besonders gefährlich.

Das Boot

Das Boot muss sich in einem sicheren Zustand befinden. Das heißt: Es muss sicher und fahrtüchtig gebaut und sinnvoll ausgerüstet sein. Die Ausrüstung Ihres Bootes mit Positionslaternen, Signalkörpern und Schallsignalgeräten ist so wichtig, dass sie auf den Binnen- und Seeschifffahrtstraßen und der hohen See gesetzlich geregelt ist.

Die Ausrüstung für den Binnenbereich

Als weitere Ausrüstung wird für den Binnenbereich empfohlen:
• zwei Handfeuerlöscher der Brandklassen ABCE, amtlich geprüft, gebrauchsfertig und leicht erreichbar montiert
• ein Schöpfgefäß zum Wasserschöpfen oder eine von Hand bedienbare Pumpe
• ein Anker mit entsprechend langer Leine
• Handlampen, davon eine besonders lichtstark, die auch zum Geben von Notsignalen geeignet ist
• eine Erste-Hilfe-Ausrüstung
• ein Radar-Reflektor
• Absperrventile an allen Tanks
• ein Radio für Wetterberichte
• eine getestete und ohnmachtssichere Rettungsweste mit Doppeltonpfeife für jedes Besatzungsmitglied
• mindestens ein Rettungsring
• eine Wurfleine mit mindestens 16 m Länge und schwimmfähig
• Bootshaken für An- und Ablegemanöver
• zwei Paddel oder Riemen
• entsprechendes Werkzeug
• Ersatzteile
• Reservekanister.

Notsignale

Zwingend vorgeschrieben sind Notsignale, um Hilfe herbeirufen zu können:
• tags: Flagge oder Gegenstand im Kreis schwenken
• nachts: rotes Licht im Kreis schwenken.
Dies gilt nicht für kleine Fahrzeuge wie z.B. Beiboote einer Yacht.

Verhalten bei Nebel

Damit Nebel und verminderte Sicht nicht zum Alptraum werden, beachten Sie folgende Regeln:
• Das Hauptfahrwasser meiden und außerhalb des Fahrwassers ankern, wenn keine Möglichkeit besteht, einen Hafen anzulaufen.
• Sorgfältig Ausguck halten.
• Rettungswesten anlegen und alle Mann klar zum Manöver haben.
• Vorschriften über Schallsignale beachten.

Fairness auf dem Wasser

Faires Verhalten auf dem Wasser ist genauso selbstverständlich wie auf den Straßen.

Dazu gehört das Beachten und Einhalten der Verkehrsvorschriften. Es empfiehlt sich in jedem Falle, der Großschifffahrt, die nicht einfach ihren Kurs ändern kann, so rechtzeitig auszuweichen, dass gar nicht erst die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes entsteht.

Kurs und/oder Geschwindigkeitsveränderungen müssen so deutlich und rechtzeitig erfolgen, dass das andere Fahrzeug sie erkennen und sich darauf einstellen kann.

Helfen ist Pflicht

Hilfeleistungen untereinander sind erste und vornehmste Pflicht jedes Wassersportlers. Sind Sie selbst nicht in der Lage Beistand zu leisten, dann benachrichtigen Sie umgehend eine der dafür zuständigen Stellen.

Fahrregeln

Führer von (Wasser-) Sportfahrzeugen müssen folgende für alle Fahrzeuge geltende Fahrregeln beachten:
• Begegnen oder Überholen ist nur gestattet, wenn das Fahrwasser ausreichend breit ist.
• Überholmanöver dürfen erst begonnen werden, wenn sichergestellt ist, dass sie ohne Gefahr ausgeführt werden können.
• Kurs und Geschwindigkeit dürfen nicht so geändert werden, dass die Gefahr eines Zusammenstoßes entsteht. Für Kleinfahrzeuge (kleiner als 20 m Länge), gelten außerdem noch besondere Fahrregeln:
• Kleinfahrzeuge müssen Großfahrzeuge ausweichen.
• Kleinfahrzeuge mit Maschinenantrieb müssen anderen Kleinfahrzeugen ausweichen.
• Kleinfahrzeuge ohne Maschinenantrieb (Ruderboote) müssen den unter Segel fahrenden Kleinfahrzeugen ausweichen.
• Zwei Kleinfahrzeuge müssen beim Begegnen Backbord an Backbord vorbeifahren.
• Kleinfahrzeuge müssen vor Badeufern sowie an ausgelegten Angel- und Fischereigeräten und an Anlegestellen der Fahrgastschifffahrt so vorbeifahren, dass weder Personen noch Anlagen gefährdet werden.

Kinder an Bord

Kinder sollten grundsätzlich Rettungswesten auf und außerhalb des Bootes am Wasser tragen.

Das Fahrgebiet

1. – Jümme vom Nordloher/Barßeler Tief bis zur Leda – Aper Tief vom Schöpfwerk Am Adler bis zur Einmündung in die Jümme.

Es gilt (auszugsweise):

• Höchstgeschwindigkeit: Auf der Jümme gegen den Strom 7 km/h, mit dem Strom 10 km/h. Kleinfahrzeuge (Fahrzeuge unter 20 m) dürfen unterhalb der Jümmemündung bis zu 12 km/h fahren.

2. – Leda von der Einfahrt in die Seeschleuse Leer mit der Sagter Ems bis zur Einmündung in den Elisabethfehnkanal
– Elisabethfehnkanal von der Abzweigung aus dem Küstenkanal bei Kampe bis zur Einmündung in die Sagter Ems.

Auf Binnenschifffahrtsstraßen gelten die Binnenschifffahrtsstraßenordnung, Binnenschiffspatentverordnung und Sportbootführerscheinverordnung -Binnen-.

Es gilt (auszugsweise):
• Höchstgeschwindigkeit: Auf der Leda gegen den Strom 7 km/h, mit dem Strom 10 km/h. Kleinfahrzeuge (Fahrzeuge unter 20 m) dürfen unterhalb der Jümmemündung bis zu 12 km/h fahren, auf dem Elisabethfehnkanal 5 km/h.

Folgende Gewässer dürfen nur mit max. 10 km/h mit dem Strom und 7 km/h gegen den Strom befahren werden: Soeste, Dreyschloot, Barßeler Tief und Sagter Ems.

Kennzeichnung

Auf den Binnenschifffahrtsstraßen des Bundes müssen motorisierte Wassersportfahrzeuge mit Motorantrieb über 2,21 kW (3 PS) ein amtliches oder ein amtlich anerkanntes Kennzeichen führen.
Die Nummer und der Buchstabe müssen in mind. 10 cm großen Ziffern/Buchstaben (helle Ziffern/Buchstaben auf dunklem und dunkle auf hellem Schiffsrumpf) an beiden Bugseiten oder am Heck
angebracht werden.Diese bisher gültige und für Wassersportfahrzeuge verbindliche Kennzeichnungsvorschrift wurde jetzt vom Bundesminister für Verkehr geändert. Die neue Kennzeichen-Verordnung ist seit dem 01.02.1995 in Kraft. Danach müssen motorisierte Kleinfahrzeuge über 3,68 kW (5 PS) seit Mai 1995, motorisierte Kleinfahrzeuge über 2,21 kW (3 PS) seit Mai 1996, nicht motorisierte Kleinfahrzeuge unter Segel ab 1. Mai 1997 nach der neuen Verordnung gekennzeichnet sein.