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Johanniter KapelgDie Johanniter-Kapelle in Bokelesch entstand im 13. Jahrhundert. Der Chorraum wurde später gebaut, wie Archäologen feststellten. Er wurde dem Gebäude im 15. Jahrhundert hinzugefügt.

Das Bauwerk wird von Fachleuten als einziger Bauzeuge der jahrhundertealten Bautradition des Johanniter-Ritter-Ordens in Ostfriesland gelobt: Von einer ganzen Reihe von Johanniter-Kommenden ist die in Bokelesch die einzige, die die Zeiten überstanden hat.

Zerstört wurden die anderen Bauwerke in der Zeit der Reformation. Der ostfriesische Graf Enno der Zweite ließ im hiesigen Raum die katholischen Klöster plündern. Etwa 28 davon hat es in Ostfriesland gegeben, wobei nicht geklärt werden konnte, ob es sich bei allen um eigenständige Klöster gehandelt hat. Johanniter-Kommenden (Niederlassungen) befanden sich unter anderem in Langholt, Klostermude, Jemgum und Hasselt. Diese Klöster, Höfe und Kapellen des Johanniter-Ordens sind zerstört worden bei dem Versuch der Reformierten, sich die katholischen Besitztümer zu erobern. Die Kapelle in Bokelesch hat vermutlich einfach Glück gehabt: Sie steht nicht mehr auf ostfriesischem Terrain und befand sich somit außerhalb des Zugriffs des Grafen.

Nicht nur Radwanderer an der Deutschen Fehnroute oder der Moorerlebnisroute sollte in Strücklingen-Bokelesch bei der über 600 Jahre alten Kapelle des ehemaligen Johanniter-Klosters eine besinnliche Rast einlegen. Tagsüber ist die unter Denkmalschutz stehende, hinter Bäumen versteckte Kapelle für Besichtigungen geöffnet (außer Montag). Auch von der Cloppenburger Radtour, die auch durch Strücklingen führt, lohnt sich ein Abstecher zur Johanniterkapelle.

2011 wurde im einstigen Pfarrhaus neben der über 600 Jahre alten Kapelle des ehemaligen Johanniter-Klosters ein Besucherzentrum zur Geschichte des Johanniter-Ordens in den nördlichen Küstengebieten eingerichtet. Dieses soll sowohl dem wissenschaftlich interessierten Publikum als auch den Touristen die Möglichkeit bieten, sich in die bedeutende Klostergeschichte im friesischen Raum zu vertiefen und sich über die Besonderheiten zu informieren.

Die Ausstellung wird unterstützt durch zahlreiche Multimedia-Anwendungen, die ein plastisches Bild der ehemaligen Klosteranlage und des Lebens dort vermitteln.

Die Gemeinde Saterland und die niederländische Stichting (Stiftung) „Vrienden van de Nieuwe Schans“ realisierten gemeinsam ein grenzübergreifendes Projekt zur Schaffung von regionalen Informationszentren für historisch bzw. archäologisch bedeutsame Stätten und Gebiete. Der Projekttitel HAIP steht für „Historisch archäologischer Informationspunkt“: So entstand auf beiden Seiten je ein Besucherinformationszentrum.

In Bad Nieuweschans wurde das Informationszentrum in der „Oude Remise“ („Alten Remise“), das über die Entstehungsgeschichte rund um das deutschniederländische Dollart-Gebiet informiert, am 21.06.2010 eröffnet. In der Gemeinde Saterland ist in Bokelesch neben der historischen Klosterkapelle ein historischer Informationspunkt entstanden, der über die bedeutende friesische Klosterlandschaft hinausgehend die Geschichte des Johanniterordens im mittelalterlichen Friesland thematisiert.

www.friesische-johanniter.de

Öffnungszeiten des Informationszentrums:
Mittwoch, Samstag und Sonntag von 14.00 bis 18.00 Uhr

Nähere Informationen und Gruppenanmeldungen unter 04498/921313 (Herr Joachim Bunger)

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