barssel-03b-kanalDer Elisabethfehnkanal  – fast schon rekordverdächtig

Eigentlich gehört der Elisabethfehnkanal ins Guinessbuch der Rekorde. Darin ist er zwar nicht zu finden, aber immerhin ist er – als einziger noch durchgängig schiffbarer Fehnkanal Deutschlands – als technisches Kulturdenkmal anerkannt. Im Jahr 1855 begann der Bau. 38 Jahre später wurde der Kanal für den Schiffsverkehr freigegeben. Namensgeberin war Großherzogin Elisabeth, Ehefrau des Großherzogs Peter II. von Oldenburg. Früher wurde über diesen Wasserweg der abgebaute Torf transportiert. Heute ist er eine beliebte Wasserstraße für die Sportschifffahrt.

Vor allem für Skipper aus dem Bremer und Oldenburger Umland ist der Elisabethfehnkanal das direkte Tor zur ostfriesischen Wasserwelt. Die Skipper erreichen mit ihren Booten über den Elisabethfehnkanal die Städte Leer und Wiesmoor und fahren bis nach Emden und Wilhelmshaven und sogar ins Wattenmeer. Das Revier ist landschaftlich und kulturell ebenso spannend wie abwechslungsreich.

Darum ist zu den Schleusenzeiten immer was los auf und am Kanal. Vier von Hand betriebene Schleusen und sechs Klappbrücken werden passiert. Eine Attraktion  – Zuschauer sind willkommen. Anlegeplätze sind in Kamperfehn und in Elisabethfehn-Dreibrücken. Weitere Anleger gibt es bald in Elisabethfehn-Mitte.

Elisabethfehn ist die grüne Lunge Barßels. Der Kanal ist ein Ort der Erholung. Nicht nur für Sportangler. Eine Eichenallee –  gut hundert Jahre alt – säumt den Wasserweg. Radler sind im Sommer auf der Schleusenstraße, die auch Teil der Deutschen Fehnroute ist, quasi unter einem grünen Dach unterwegs. Stockenten fliegen parallel zu den vorbeifahrenden Sportbooten, Blesshühner brüten am Kanalrand. Hier und da haben Wasserrosen den Kanal erobert.

Früher wurde über diesen Wasserweg der abgebaute Torf transportiert. Wer mehr über die Landschaft und ihre Menschen erfahren möchte: Von hier aus sind es nur wenige Radkilometer bis zur friesischen Sprachinsel – in das Saterland – und in das Seemannsdorf Barßel. Vor allem lohnt auch ein Besuch des Moor- und Fehnmuseums.

Der Verein „Bürgerinitiative Rettet den Elisabethfehnkanal“ setzt sich für den langfristigen Erhalt dieses historischen Kanal-Baudenkmals ein. Seit 2012 zeigen die rund 650 Mitglieder, darunter 25 Vereine und Institutionen aus der Region, Flagge. Das Bundesverkehrsministerium wollte den Kanal schließen. Die abgängige Schleuse Osterhausen sollte nicht erneuert werden. Doch mittlerweile ist der Landkreis Cloppenburg Eigentümer der Schleuse. Er plant einen Neubau.

Informationen zu den Schleusenzeiten und Neues zum Elisabethfehnkanal finden Sie hier: http://www.elisabethfehnkanal.de/